„Du sollst erwachen, du sollst erwachen! Ich liebe dich ja! Ich liebe dich bis zum Wahnsinn!“

Aber die Fürstin Angelika erwachte nicht mehr. Zu lange hatte die Seele gezögert, wieder in den Körper zurückzukehren. Jetzt, da die Fürstin entschlafen war, da der Körper seine Beziehungen zur Seele verloren hatte und verfiel, jetzt gehorchte jene der magnetischen Gewalt des Doktor Diabel nicht mehr, und der Tod des Leibes war damit unwiderruflich besiegelt.

Romulus Futurus hieß den leblosen Körper in die Kissen zurückgleiten, stellte sich breit hin und heftete sein von Wahnsinn erfülltes Auge auf Frau Fabia, die, von Furcht geknebelt, mit halb geöffneten Lippen all diesen Vorgängen gelauscht hatte.

„Was gebe ich mich der Verzweiflung hin?“ murmelte er, während die Gluthitze des roten Kometen das Zimmer durchsengte, während das Todesgeschrei der Menschen von den Straßen herauftönte und Beten, Flüche und Verwünschungen durch die Luft hallten.

„Was zögere ich noch? Du — du,“ er wandte sich an Frau Fabia, — „du bist es und bist es nicht! In deinem Körper lebt die Seele Angelikas, und darum kann sie nicht zurückkehren in den Leib, den ich anbete!“ — — —

Er richtete sich höher auf, erfaßte mit seinen starken

Fäusten Frau Fabia, die leise, verzweifelte Angstrufe hören ließ, schleifte sie zu sich hin und schrie:

„Gib die Seele zurück, die nicht dir gehört! Angelika soll leben! Ich will es! Hörst du?“

Und als ihm nichts antwortete als das stumme Entsetzen der Menschen, die sich in dem Zimmer befanden, ließ er Frau Fabia plötzlich los, stürzte sich von neuem auf Doktor Diabel, zerrte ihn zu ihr hin und schrie:

„Töte sie, töte sie, daß ihre Seele in den Körper Angelikas zurückkehren kann!“