Ich hatte das Wort schon gehört und wußte, daß es eine furchtbare Strafe bedeutete, welche bei den Freibeutern gang und gäbe ist und die darin besteht, daß der Missetäter mit etwas Pulver und Blei versehen, auf irgendeiner einsamen, fernen Insel zurückgelassen wird.

„Vor drei Jahren ausgesetzt,“ fuhr er fort, „und seitdem von Wild, Beeren und Austern gelebt. Wo ein Mensch hinkommt, sage ich, kann er schon für sich sorgen. Aber Kamerad, wie sehne ich mich nach ehrlicher Christenkost! Habt Ihr nicht zufällig ein Stück Käse bei Euch? Nein? Ach, so manche lange Nacht hab’ ich von Käse geträumt — meist von geröstetem — und als ich aufgewacht bin, saß ich hier.“

„Wenn ich je wieder an Bord komme sollt Ihr einen ganzen Laib bekommen“, versprach ich ihm.

Inzwischen befühlte er fortwährend den Stoff meiner Jacke, streichelte meine Hände, bewunderte meine Schuhe und zeigte überhaupt in den Pausen seiner Rede kindliches Entzücken über die Gesellschaft eines Mitmenschen. Doch bei meinen letzten Worten spähte er mit einer Art erschreckter Verschlagenheit zu mir herüber.

„Wenn Ihr je wieder an Bord kommt, sagt Ihr?“ fragte er. „Ja, wer sollte Euch daran hindern?“

„Ihr nicht, ich weiß“, war meine Antwort.

„Natürlich nicht,“ rief er, „nun und — wie heißt Ihr, Kamerad?“

„Jim“, sagte ich.

„Jim, Jim“, wiederholte er sichtlich erfreut. „Nun Jim, ich habe ein so schlechtes Leben geführt, daß Ihr Euch schämen werdet es anzuhören. Also zum Beispiel, würdet Ihr glauben, daß ich eine fromme Mutter hatte, wenn Ihr mich anschaut?“ fragte er.

„Nein, nicht unbedingt“, antwortete ich.