„Wenn es der einzige Kurs ist, den wir nehmen können, Herr, so müssen wir ihn nehmen“, erwiderte der Kapitän. „Wir müssen uns stromaufwärts halten. Ihr seht,“ fuhr er fort, „wenn wir erst leewärts vom Landungsplatz abfallen, wäre es schwer zu sagen wo wir überhaupt landen würden und außerdem könnten wir noch von den Schifferbooten gekapert werden; während auf unserem Wege die Strömung nachlassen muß und dann können wir dem Ufer entlang ausweichen.“
„Die Strömung wird schon schwächer, Herr,“ sagte Gray, der vorne saß, „Ihr könnt ein wenig nachlassen.“
„Ich danke Euch“, sagte ich in ganz unbefangenem Tone, denn wir hatten alle stillschweigend beschlossen ihn als einen der unseren zu behandeln.
Plötzlich nahm der Kapitän das Wort und es schien mir als wäre seine Stimme leicht verändert.
„Die Kanone!“ sagte er.
„Daran habe ich gedacht“, sagte ich, denn ich glaubte er spreche von einer Bombardierung der Festung. „Sie würden die Kanone nie ans Ufer bekommen und wenn auch, könnten sie sie nicht durch die Wälder schleppen.“
„Schaut rückwärts Doktor“, erwiderte der Kapitän.
Wir hatten den langen Neunpfünder ganz vergessen und nun sahen wir zu unserem Entsetzen wie die fünf Schurken sich um ihn bemühten und ihm die Jacke abnahmen, wie sie die starke Decke aus geteertem Segeltuch nannten, mit der er zugedeckt war. Nicht nur das, sondern im selben Augenblick fiel mir ein, daß das Pulver und die Kanonenkugeln zurückgeblieben waren und daß ein Axthieb alles in den Besitz der Schurken an Bord bringen würde.
„Israel war Flints Kanonier“, sagte Gray mit heiserer Stimme.
Jeder Gefahr zum Trotz steuerten wir das Boot gerade auf den Landungsplatz hin. Wir waren nun schon so weit aus der Strömung draußen, daß wir bei unserem notwendig langsamen Rudertempo gerade auf unser Ziel lossteuern konnten. Doch das arge daran war, daß wir bei dem Kurs, den ich jetzt hielt, unsere volle Breitseite der Hispaniola zukehrten und ein Ziel boten so groß wie ein Scheunentor.