Nachdem wir wieder geladen hatten, begaben wir uns an die Außenseite der Umzäunung, um nach dem gefallenen Feind zu sehen. Er war mausetot — durchs Herz geschossen.
Eben als wir begannen uns unseres Erfolges zu freuen, krachte ein Pistolenschuß im Gehölz, eine Kugel pfiff knapp bei meinem Ohr vorbei und der arme Tom Redruth wankte und fiel der Länge nach zu Boden. Der Squire und ich gaben den Schuß zurück, doch da wir kein Ziel hatten, ist es wahrscheinlich, daß wir nur Pulver vergeudet hatten. Dann luden wir wieder und wandten nun unsere Aufmerksamkeit dem armen Tom zu.
Der Kapitän und Gray waren schon daran ihn zu untersuchen, doch sah ich mit einem flüchtigen Blick, daß alles vorbei war.
Ich glaube, daß die Bereitschaft unserer Gegensalve die Meuterer wieder zerstreut hatte, denn man ließ uns ohne weitere Belästigung den armen Wildhüter über den Zaun ziehen und den stöhnenden, blutenden Körper im Blockhaus bergen.
Armer, alter Kerl, nicht ein Wort der Überraschung, Klage, Furcht oder Zustimmung war ihm entfahren vom Anfang unserer Gefahren bis jetzt da wir ihn zum Sterben im Blockhaus niederlegten. Wie ein Trojaner war er hinter seiner Matratze im Schiffsgang gelegen; jeden Befehl hatte er schweigend, unverdrossen und gut ausgeführt. Er war um zwanzig Jahre älter als der älteste von uns, und nun war es gerade er, dieser alte, grämliche, treue Diener, der sterben mußte.
Der Squire kniete an seiner Seite nieder, küßte ihm die Hand und weinte dabei wie ein Kind.
„Muß ich gehen, Herr Doktor?“ fragte er.
„Tom, mein Freund,“ sagte ich, „du gehst heim.“
„Ich wollte ich hätte ihnen noch vorher mit dem Gewehr eins auswischen können“, antwortete er.