„Nun ja,“ erwiderte der Kapitän, sich den Kopf kratzend, „und wenn ich auch der Vorsehung für alles Gute dankbar bin, so muß ich doch sagen, daß wir ziemlich schlecht weggekommen sind.“
„Wie meint Ihr das?“ fragte ich.
„Es ist ein Jammer, Herr, daß wir die zweite Ladung einbüßten, das habe ich gemeint“, erwiderte der Kapitän. „Pulver und Blei werden wir so ziemlich genug haben, aber die Rationen sind klein, sehr klein — so klein, Dr. Livesay, daß es vielleicht gut ist, daß wir diesen Esser nicht mehr bei uns haben.“
Und er zeigte auf den toten Körper unter der Flagge. Und eben in diesem Augenblick pfiff heulend eine Kanonenkugel hoch über dem Dach des Blockhauses vorbei und fiel weit von uns ins Gehölz.
„Oho!“ sagte der Kapitän. „Feuert nur darauf los. Ihr habt wenig Pulver genug, Burschen!“
Beim zweiten Versuch wurde besser gezielt und die Kugel fiel innerhalb der Umzäunung nieder, indem sie eine Wolke von Sand aufstäubte doch sonst keinen Schaden tat.
„Kapitän,“ sagte unser Gutsherr, „das Haus ist vom Schiffe aus ganz unsichtbar, sie werden wohl auf die Flagge zielen. Wäre es nicht gescheiter, sie hereinzunehmen?“
„Meine Fahne einziehen!“ rief der Kapitän. „Nein, Herr, das tue ich nicht!“
Und ich glaube, kaum daß er das Wort ausgesprochen hatte, wir alle mit ihm einig waren, denn damit zeigte er nicht nur starken, vornehmen Seemannsstolz, sondern es war außerdem klug, weil unsere Feinde sahen, daß wir ihre Kanonade verachteten.
Den ganzen Abend lang donnerten sie darauf los, Kugel um Kugel flog über den Zaun oder fiel draußen nieder oder in den Sand innerhalb der Umzäunung, doch waren sie genötigt, so hoch zu feuern, daß die Geschosse wirkungslos niederfielen und sich im weichen Sande eingruben. Wir hatten ein Abprallen nicht zu befürchten und obwohl ein Schuß durch das Dach des Blockhauses ging und durch den Boden wieder heraus, so gewöhnten wir uns an dieses Spiel und achteten nicht mehr darauf als wenn es Kricket gewesen wäre.