»Ich sag' ja: im Zorn!« entschuldigte sich Wirsich.

Der Streit sei erledigt, bemerkte Joseph. Beide tranken je noch ein Glas, auf welche »Lage« eine vierte folgte. Sie würden so fortgefahren haben, wenn nicht jetzt die Türe aufgegangen, und Herr Tobler selber ins Restaurant getreten wäre. Er überflog beide Zecher und Angestellten mit einem zündenden Blick, der den Männern genug sagte.

Joseph hatte beim Eintritt des Herrn sofort den Hut abgezogen, den er vorher ziemlich burschikos auf dem Kopf behalten hatte. Das gebot die Höflichkeit, und der Toblersche Blick gebot es nicht minder. Er stand übrigens bald auf, da das Gespräch mit Wirsich ohnehin verstummte, rief, er möchte bezahlen und bewegte sich gegen den Ausgang zu. Ein Wink des Ingenieurs veranlaßte ihn jedoch, in dessen Nähe zu treten. Dieser fragte:

»Was will dieser Ungut hier, der Wirsich?«

Joseph antwortete: »O, er hat eine Stelle gefunden. Hier dicht nebenan, bei Bachmann & Co. Seit heute. Er freut sich sehr darüber.«

»So? Und er trinkt wohl noch immer gern, was? Der wird sicherlich lange in der neuen Stellung verbleiben, der! Es ist gut. Waren Sie auf der Post?«

»Nein, ich gehe jetzt. Sie werden entschuldigen. Mein Vorgänger hat mich aufgehalten. Ich werde gleich gehen, und wenn Sie wünschen, daß ich Ihnen die Briefe hieherbringe« – –

Tobler verneinte, und der Gehülfe entfernte sich.

Auch Wirsich war jetzt aufgestanden, er bezahlte, marschierte unsicher vorwärts, wußte nicht, ob er seinen ehemaligen Vorgesetzten grüßen sollte oder nicht, tat es, und sogar tief und demütig, und stieß zum Überfluß noch an einen Tisch an, bei welcher Gelegenheit er beinahe umgestürzt wäre. Sein Achtungsgruß wurde mit keinem Zug einer Miene erwidert. Tobler »wollte nichts mehr mit diesem Menschen zu tun haben«. An der Tür stolperte Wirsich zum zweiten Mal. War das eine schlimme Vorbedeutung?