Ob er ohne Lohn fortgehen wolle? fragte Tobler.

Der andere erwiderte, es sei ihm nicht mehr möglich, zu bleiben, worauf Tobler sagte, das sei doch wohl nicht so bluternst aufzufassen. Der Chef nahm seinen Hut und entfernte sich. Nach einer Stunde begab sich der Gehülfe, so unauffällig er konnte, in sein Turmzimmer hinauf und begann dort, seine paar Sachen einzupacken. Da nahm er der Reihe nach wieder diese kleinen, nichts- und für ihn vielbedeutenden Gegenstände in die Hand, um sie säuberlich aber rasch in den bereitgehaltenen Koffer zu stecken. Als er mit Packen fertig war, stellte er sich für zwei Minuten an das offene Fenster und schaute noch einmal so recht mit dem dankbaren Herzen die Gegend an. Dem großen See da unten warf er sogar eine Kußhand zu, ohne zu überlegen, was er tat, sondern einfach in dem Gefühl des plötzlich notwendig gewordenen Abschiednehmens.

Von der Plattform aus, auf die er jetzt trat, rief er Wirsich zu: »Warten Sie. Ich komme im Moment.« – Dann ging er die Treppe hinunter, das Köfferchen in der Hand tragend. Wie ihm das Herz klopfte!

»Ich muß nun Adieu sagen, ich muß nun gehen,« sagte er zu Frau Tobler. Diese fragte:

»Was hat's denn gegeben? Müssen Sie gehen?«

»Ja,« antwortete der Gehülfe.

»Denken Sie ein bißchen an mich, wenn Sie fort sind?«

Er bückte sich und küßte ihr beide Hände. Sie sagte:

»Ja, Joseph, denken Sie ein wenig an Frau Tobler, es wird Ihnen nicht schaden. Das ist eine Frau, wie viele, keine bedeutende Frau. Lassen Sie! Küssen Sie mir jetzt nicht mehr die Hand. Sagen Sie meinen Kindern adieu. Walter! Komm doch. Joseph will uns verlassen. Komm Dora, gib Joseph die Hand. Kommt. Ja.« –

Sie schwieg einen Moment und fuhr dann fort: