Es war eine schwere Zeit. Meine Mutter verlangte täglich das Geld zu sehen – damit ich es nicht verbrauchte – und auch bei Nacht erwachte sie öfters, kam herüber und guckte nach dem Geld.

Ich bat auf der Post, man möchte mir eine Kontonummer zuweisen. Sie sagten, es ginge nicht. Warum? Weil ich noch nichts eingezahlt hätte.

„Ich will gern einzahlen...“ antwortete ich.

„Ja – da müßten Sie erst eine Nummer haben, unter der wir es buchen können.“

Endlich am 17. April – nie werde ich den Tag vergessen – am 17. also durfte ich mein Geld hinlegen. Der Amtsvorstand ließ mich zu sich rufen und sagte mir:

„Man hat, wie Sie sehen, Ihrem Ansuchen willfahrt – wiewohl Sie Ausländer sind und Ihr Vorleben durch mancherlei bedauerliche Schatten getrübt ist. Die Regierung hofft, daß Sie sich der Aufnahme in den Postverkehr würdig erweisen werden. Geloben Sie das?“

„Ich gelobe es,“ versicherte ich.

Und ich bekam die Kontonummer 1130, Scheckamt München.

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Wenn nun eine Postanweisung an mich kommt, schickt man mir nicht etwa das Geld, sondern ich erhalte – ganz wie es der Amtsvorstand angedroht hat – nurmehr die Verständigung, dieser und dieser Betrag wäre meinem Konto gutgebucht worden.