Um zehn waren sie im Perlacher Forst.

Um elf kam eine betrübliche Nachricht aus Benediktbeuern, nicht weit vom Kochelsee: die Bestien hatten zwei Vollblutfohlen des Staatsgestüts gerissen. (Zwei Vollblutfohlen: es werden hoffentlich nicht gleich Derbycraks gewesen sein; immerhin kann man sich auf zehntausend Mark Schadenersatz gefaßt machen.)

Um ein Uhr: Garmisch.

Nun aber wurde Professor Behn stutzig. Garmisch – Donnerwetter – das liegt doch in der Luftlinie achtzig Kilometer weg von München – und mit den Umwegen über Freymann, Benediktbeuern müssen es gut zweihundert sein, quer durch Gebirg und Flüsse... Sonderbar. Rasen sie denn wie Schnellzugslokomotiven, die verdammten Viecher?

Da hieß es im Fernsprecher:

„Wetterstelle Zugspitze, 2964 Meter über dem Meer. – Herr Professor! Soeben sind Ihre Löwen wohlbehalten bei uns eingetroffen.“ – Dazu lebhaftes Hohngelächter.

Behn wußte alles. Er sprach ohne Vorwurf, ohne Zorn:

„Sag mal, Ebbinghaus, wie lang willst du den langweiligen Ulk noch forttreiben?“

Denn nun wars gewiß: Behns Löwen hatten das Haus überhaupt nicht verlassen. Professor Ebbinghaus, der Spaßmacher, hatte sie des Nachts in Behns Keller gebracht; und dann von Stund zu Stunde vom Café Stefanie aus Berichte über Wege und Untaten der Löwen an den Professor telephoniert.

Die Angelegenheit war also ziemlich glatt verlaufen.