Die einzig Leidtragende war Frau von Pleininger; sie glaubt, in jener Nacht eine große Chance versäumt zu haben; und bis heute hat sie es Behn und Ebbinghaus nicht verziehen.
Die Trauung
Eines Tages beschlossen wir, meine Frau und ich, einander zu heiraten. Nämlich mit Hilfe der Staatsgewalten – damit wir ein anerkanntes, königlich bayerisches Ehepaar würden. Wir besprachen unsern Entschluß – und auch, daß wir vom nächsten Ersten an ein Abonnement auf die Straßenbahnen nehmen würden. – Doch was sind menschliche Entschlüsse? Wir vergaßen den einen wie den andern.
Irgend einmal sprach uns Väterchen Rößler von der schlechten Zugsverbindung, die er nach Dachau habe (er käme, wenn er erst in München sei, nicht vor dem dritten Morgen heim) – da erneuerten wir unsre Vorsätze, nahmen auch richtig das Abonnement – mit der Heirat bliebs wieder bei der Absicht.
Nicht mehr lang. Am Abend nach der Taufe unsres Jüngsten sagte meine Frau:
„Du, erinner mich morgen, daß ich aufs Standesamt gehe.“
Und sie ging. Und erzählte mir später:
„Es sind ganz umgängliche Menschen, garnicht sehr roh. Ich fragte: ‚Bitte, was muß ich tun, um meinen Mann zu heiraten?‘ – Sie schrieben mir sofort alles nötige auf. Hier ist der Zettel.“
Er enthielt im ganzen sieben oder acht Gegenstände.