Doch sollen da keineswegs auf Kosten der Stadt München Mädchenhändler fachlich herangebildet werden – vielmehr ist eine Handelsschule geplant für Mädchen.
Geplant und erbaut – doch nicht ins Leben gerufen. Das große, schöne Gebäude steht leer – es enthält nur die Schwabinger Alp. Die Geschichte ist traurig und wahr:
Wir haben einen jungen Mann in München, Georg Hensel – so was von Begabung schreit zum Himmel. Man kann Henseln nicht mehr einen Bildhauer nennen – er ist schon Skülptör.
Im Jahr 1914 nun, knapp nach der Kriegserklärung, verdichtete sich die Stimmung des deutschen Volkes in Hensel zu einer Idee: er wollte ein kleines Medaillon schneiden, etwa in Pfenniggröße. Vorn: die Siegesgöttin; hinten Schrift: die Jahreszahl.
Ganz einfach, aber bezwingend – wirksam grade durch die strenge Knappheit.
So geht Hensel sinnend die Friedrichstraße lang – da begegnet ihm Dr. Kratz. Begrüßung und Händedruck – ein Wort gibt das andre – – schließlich fragt Dr. Kratz:
„Und Sie, Hensel? Was treiben Sie?“
„Eigentlich nichts... Man hat so Entwürfe...“
„Ah!! Entwürfe?? Das berührt mich aber innig. Reden Sie!“