Sie hieß Ludovica. Ich liebe Frauen, deren Namen man sich leicht merken kann. Ein mnemotechnischer Zufall kam mir zu Hilfe: Ludovica war in diesem Jahr die Dritte.

Ludovica war sogleich entbrannt. Um mich nicht zu zersplittern, vertröstete ich sie auf den Juli; und sie wartete.

Plötzlich, am 1. Juli – wer beschreibt meinen Schrecken? – gab meine Frau ihre Kissinger Reise auf.

Augenblicks beschloß ich, auf die Hochwildjagd zu gehen.

Ich selbst habe natürlich kein Revier. Doch Walter Ziersch hat eins. Sooft ich nun Wert darauf lege, mich zu diesem oder jenem Zweck für ein paar Tage zu dematerialisieren, pflege ich meinen Verwandten gegenüber eine Jagdeinladung zu Walter Ziersch vorzuschützen.

Das Verfahren ist sehr einfach: ich passe im Flur auf, bis mich irgendwer telephonisch anruft; hierauf ergreife ich beide Höhrrohre – jawohl, beide Höhrrohre – und was mein Partner auch immer sage – ich jauchze in die Muschel:

„Ah, du bists, lieber Doktor Ziersch? – Fein, fein gehts mir, ich danke... Hochwildjagd? Gewiß, gewiß, mit Vergnügen.“

Der Mann am Telephon widerspricht eindringlich: er wäre der Gemüsehändler und wisse nichts von einer Jagd, es sei ein Mißverständnis.

Ich noch lauter, noch freudiger:

„Mittwoch? Famos! Herrlich! – Wie, Auerwild gibts auch? Ich werde bestimmt erscheinen. Ich danke sehr. Schluß!“