„Herrgott, sind Sie ungeschickt! Oder stellen Sie sich nur so? Der soignierte, tapfere große Serbe mit P, für den ich so geschwärmt habe, der berühmte Mann... Er war Gesandter in Paris, hat dann den Sultan entthront... (Freudig:) Ich habs! Er hieß Enver-Bey. – Sagen Sie, Roda: warum hört man jetzt nichts von ihm?“
Das Plagiat
Als ich diese beiden Worte hingeschrieben hatte – jawohl, die Worte, die Sie eben überfliegen: den Titel ‚Das Plagiat‘ – da pochte man an meine Tür, und herein trat ein Mann, den ich nie vorher gesehen hatte. Ein vierschrötiger, rothaariger Mann mit durchsichtigen Augen.
„Ich bin Kolonel Mac Gee,“ sprach er, „Schriftsteller aus Northampton, Massachusetts. Ich komme in einer Angelegenheit, die Ihre Ehre berührt.“
„Um des Himmels willen,“ rief ich bestürzt. (Ich bin ehemaliger k. u. k. Kadett-Titular-Korporal in der Reserve der Sanitätstruppe.)
„Jawohl, Ihre Ehre berührt, Herr Roda. – Sie haben eine meiner Erzählungen plagiiert.“
„Kolonel, ich habe Ihre Arbeiten nie gelesen, ich kenne nicht einmal Ihren Namen.“
„Es ist, wie ich sage,“ erwiderte er mit ruhiger Sicherheit. „Hier in meiner Tasche steckt die Nummer des Massachusetts Herald vom 23. November vorigen Jahres. Sie enthält meine Geschichte – jene, die Sie später wörtlich abgeschrieben – wörtlich abgeschrieben, Herr! – unter Ihrem Namen veröffentlicht haben.“
„Unmöglich, Kolonel! Welche meiner Arbeiten soll denn Ihr Eigentum sein?“