Niki schob seine Kappe auf Courage, und wir folgten dem Paar nach hinten in den Park. Vor dem verschneiten steinernen Herkules blieb Madame stehen und debattierte mit ihrem Mann – wahrscheinlich über Herkules: denn der Fremdling stellte sich in Positur und blähte seinen Pelz auf. Sie lachte herzlich und sah, wie von ungefähr, zu uns herüber.
Die beiden schritten weiter – wir ihnen nach – und Madame blinzelte sooft zurück, daß ich besorgt wurde.
„Niki, paß auf, der Herkules haut dir dieser Tage eine herunter.“
Ich hatte es noch nicht gesagt, da wandte sich Madame schon wieder um. Herkules folgte ihrem Blick. Er hatte einen Kneifer auf und Parkettbürsten an den Backen; redete auf Madame ein – offenbar von uns – schien aber ansonsten nicht übel gelaunt.
Als sie im Parktor standen und Madame wiederum nach uns blickte, stiegen mir neue Bedenken auf. Niki schien sie zu teilen.
„Denn,“ sagte er, „wenn sie wirklich eine Dame wär, müßt sie wissen, daß sie so viel Acquit nicht zu geben braucht. Es kann sich nur mehr darum handeln, wo das Hühnchen wohnt.“
Sie wohnte sehr anständig, vorn hinaus, Nr. 7, im ersten Stock. Es ist das Zimmer mit den Himmelbetten und goldnen Engeln darüber.
Niki holte Rodel und Fäustlinge und schritt nach der krausten Linde. Er kalkulierte: „Früher oder später kommt das Hühnchen auch hin. Rodelt sie – gut. Rodelt sie nicht, wird sie Lust äußern, es zu lernen. Das Weitere findet sich.“
Wir warteten und warteten – sie kam nicht. Als wir, halb erfroren, einrückten, saß sie mit Herkules im Lesezimmer. Herkules zückte immerfort die Uhr, knurrte und schüttelte die Mähne – er paßte offenbar auf die Freßglocke.