Drei Tage verrannen: Frühstück – Rodeln – Diner – Rodeln – Schlafen. Und Warten, Warten. – Nichts. Das Hühnchen lachte uns an – Herkules ging ihr nicht von der Seite. Und kein Lebenszeichen von Nikis Schwager.
Zu solchen Zeiten wird Niki Philosoph. Als wir zu Bett gingen, redete er dummes Zeug. „Glück in der Liebe,“ sprach er, „ist eine Funktion des Besitzes. Geld ist ein Aphrodisiacum. Nicht nur, daß Geldbesitz beim Mann die Weiber wahnsinnig aufregt – grad wie eine Tenorstimme, Kraft, Uniform, Titel – sondern Liebe braucht auch Gelegenheit – und um der Liebe eine Gelegenheit zu schaffen, braucht man Geld. Ohne Kapital kann man das Geschäft nicht betreiben.“
„Wozu sagst du mir das, Niki?“
„Weil du kein Gesicht machen sollst wie sieben Meilen Karrenweg. Ich weiß schon, dich reun die paar Moneten, die wir hier verbrauchen. Du weißt, was wir wollen. Und so was kann man nicht übers Knie brechen.“
„Schön, Niki. Woher aber Geld nehmen? Wir haben zusammen... viel ists jedenfalls nicht. Die Hotelschuld...“
„Bitte, diesmal ist das meine Sache – so haben wirs vereinbart, und dabei bleibts.“
Es blieb dabei. Doch der Schwager rührte sich nicht. Das Hühnchen kam nicht rodeln. Herkules machte runde Augen, wenn wir uns nur blicken ließen.
Der Mißerfolg auf allen Linien machte Niki gereizt. Er brummte. Nach dem Abendessen setzte er sich hin und schrieb. Ich dachte mir: an den Schwager.
Dann rief er das Stubenmädchen.
„Fräulein, da haben Sie einen Brief. Wissen Sie – die türkisblaue Dame? Aus Nummer Sieben? Verstehen Sie? Aber aufpassen, wenn sie allein ist! Ja nur, wenn sie allein ist. Ich gebe Ihnen ein hochgräfliches Trinkgeld – nachher.“