Der Bildhauer legt reine Wäsche an, einen Besuchsanzug und fährt mit seinen Entwürfen und Steinproben ins Hotel. Die Entwürfe allein sind ein so großer Packen, daß der Droschkenkutscher sich erst nach langem Zureden entschließt, die Mitnahme einer solchen Ladung zu gestatten. Und nun erst die Steinproben! Zwei riesige Koffer.
Im Hotel weiß natürlich niemand was von einer Gräfin.
Der Zufall will, daß acht Tage später eine wirkliche und wahrhaftige Gräfin beim Bildhauer anklingelt.
„Ich möchte eine Urne bei Ihnen bestellen. Ich bin die Gräfin...“
Weiter läßt der Bildhauer sie garnicht reden.
„Ach, die Frau Gräfin! Ihr Gemahl ist vor acht Tagen gestorben – wie? Und eine Urne wollen Sie – ha? Ich soll Entwürfe und Steinproben ins Hotel bringen – he? Packen Sie die Asche Ihres Gemahls in eine Zigarrenschachtel und werfen Sie sie in die Isar! Schluß!“
Eine Stunde darauf fährt vor dem Atelier des Bildhauers ein Wagen vor. Eine Dame in Trauer entsteigt ihm keuchend und verlangt nichts weiter, als: den Mann zu sehen, der ihr einen so zynischen Rat gegeben hat.
*
Es gibt eine junge Dame in München, die entzückend malt. Keine Malerin – das möchte sie erst werden.
Doch die Eltern spreizen sich hartnäckig. (Ist es denkbar? Es gibt immernoch solche Eltern – sogar in München, der Kunststadt.) Sie schaudern bei der Vorstellung, daß ihr Töchterlein aktzeichnen sollte.