Die kleine Dame aber ist sich ihrer Sendung bewußt, sie gibt keinen Frieden – bis die Eltern einen Ausweg ersinnen:

Vater verkehrt doch mit dem berühmten Meister... Der Meister wird unsrer Lisbeth Bilder ansehen, und sein Schiedsspruch soll dem kleinen Fräulein den Lebensweg weisen.

Lisbeth ists zufrieden – Lisbeth vertraut auf ihr Können – Lisbeth frohlockt. Ahnt garnicht, die Arme, daß der Meister längst von den Eltern heimlich und inständig bearbeitet ist: er wird bedingungslos, wird lebhaft abraten vom Malen.

Wirklich, er rät ab; es sei keine Begabung da, sagt er, und vor allem: ein unheilbarer Mangel an Technik.

Lisbeth ist mehr als verzweifelt – sie ist vernichtet.

Und wie er sie so stumm und bleich umhergehen sieht, der berühmte Meister, und fühlt sein Gewissen schmerzhaft nagen – da möcht er das Unrecht gern irgendwie gutmachen. Wie? Nun, mit einem Geschenk.

Er ruft Lisbeth zu sich und sagt ihr:

„Na, Mädel – dieser Tage hab ich Urteil über dich sprechen müssen – – sag jetzt du: welches von meinen neuen Bildchen gefällt dir am besten?“

Sie wählt und schwankt und entscheidet sich endlich für die ‚Türkin in Gelb.‘