Ein Jugendfreund Liliencrons, jetzt Oberstleutnant außer Dienst, hat mir erzählt, wie er vor Jahren Liliencron in Hamburg besuchte. Damals war Liliencrons Triumph noch nicht vollendet, Schmalhans war Küchenmeister.
Der Oberstleutnant lud den Dichter zum Abendessen. Man ging in den Gasthof. Liliencron bestellte sofort ‚ein Beefsteak für Seine Exzellenz,‘ ‚einen Johannisberger für Seine Exzellenz.‘
„Warum denn Exzellenz?“ fragte der Oberstleutnant.
Liliencron gab keine Auskunft.
Als sie aber gegangen waren, sagte Liliencron:
„Herr Oberstleutnant, lieber, alter Freund! Ich danke Ihnen für die Bewirtung; noch mehr aber dafür, daß Sie meinen Kredit in diesem Gasthof so stark gehoben haben.“
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Er hatte niemals Geld und fand es, wo er es suchte.
Einst war er bei Frau St. zu Gaste, einer der reichsten Frauen Deutschlands.
„Denken Sie sich,“ erzählte mir die Dame später, „– der Baron hat mir sein Leid geklagt – so lange geklagt, bis ich ihm, tief gerührt, einige Tausend Mark gab...“