„Das war schön von Ihnen, Gnädigste, das war edel.“

„Ach,“ fuhr sie fort, „ich war ja selbst so glücklich, dem Dichter helfen zu können. Er schied selig von mir. Ging... traf unten im Torflur meinen Schwiegersohn... klagte über seine Armut... und borgte sich noch hundert Mark.“

*

Liliencron war nach Prag zu einer Vorlesung geladen worden und sollte dafür etliches Gold bekommen und außerdem Gast sein des besten Hotels auf Kosten des Literarischen Vereins.

Als Liliencron aber den goldnen Lohn empfangen hatte, dachte er keinen Augenblick daran, aus dieser schönen alten Stadt zu scheiden, wo es so viele Bänkelsänger gab und Harfenzupfer, Gaukler, Schwertschlucker und Volkspoeten. Und Liliencron blieb noch drei, vier, fünf Nächte bei diesen Menschen.

Als er endlich abreisen wollte, da konnte ers gar nicht mehr: sein Geld war beim Teufel.

Da ging er reuevoll zurück zu seinen Literaten und hieß sie, eine Generalversammlung des Vereins berufen.

Und stellte in aller Form den Antrag: dem Baron Liliencron wäre mit Rücksicht einerseits auf seine literarischen Verdienste, anderseits auf seine peinliche Lage für seine Vorlesung doppeltes Honorar zu zahlen.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.