Der sechste aber – Paul Schlesinger ruft ungehalten:
„Verzeihung, Herr Hofrat! Von mir haben Sie sich zwanzig Mark geborgt!“
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Man sollte meinen, die Elf Scharfrichter hätten zweiundzwanzig Beine gehabt. Das wäre aber ketzerischer Irrglaube – sie hatten einundsiebzig. Die Sache erklärt sich zwanglos aus dem Umstand, daß die Elf Scharfrichter sechsunddreißig Mann stark waren und einer davon ein Holzbein hatte.
Dieser eine, jetzt ein berühmter Lyriker, machte am Abend die Bekanntschaft eines jetzt ebenso berühmten Architekten. Man fand Gefallen aneinander und trank. Man fand mehr Gefallen aneinander und trank mehr. Als man viel getrunken hatte, wollte man heimgehen. Nun, so weit wandern – bis nach Haus – mit dem Holzbein ist nicht angenehm. Und der Lyriker bat:
„Lieber Architekt, möchtest du mich nicht bei dir übernachten lassen?“
„Gewiß, mein lieber Lyriker!“
Im Junggesellenheim des Architekten sank der Dichter auf den Diwan und verfiel sofort in Agonie. Der Architekt fand, es wär unmenschlich, den nächtlichen Gast in seinen Kleidern schlafen zu lassen. ‚Ich will ihm wenigstens die Stiefel ausziehen.‘ Er schnürte die Stiefel auf und zog – zog – und zog plötzlich das ganze Bein mit.
Warf es hin in panischem Schrecken und entfloh.