Unsre gemeinsame Vortragsreise endete in München. Seit Menschengedenken hatte das Polizeipräsidium niemals Zensur an Vorträgen geübt – weder an Wedekinds, noch an meinen Texten; wir beide an einem Abend aber schienen der Polizei doch allzu bedenklich, und man forderte unser Programm ein.

Mir strich die Polizei nichts; Frank Wedekind strich sie so manches.

Sonst pflegte ich den Abend zu eröffnen und zu schließen – diesmal wollte Wedekind es tun.

Er trat auf und sprach (mit gebleckten Zähnen):

„Meine Damen und Herren! Mein Vorrtrrag wirrd sich in zwei Teile gliederrn: errstens die von der Polizei genehmigten, zweitens die von der Polizei verrbotenen Liederr.“

Und er hielt pünktlich Wort. Er sang alle verbotenen Lieder ab.

Zur Ehre der Münchener Polizei sei es gesagt: kein Hahn hat darnach gekräht.

Was aber unsern Frank nicht verhinderte, dem Polizeipräsidenten später eines seiner allerboshaftesten Bänkel zu weihen:

„... Wofür läßt sich