Sondern ich meinte, mein Gerechtigkeitsgefühl beruhigen zu sollen – indem ich glaube, daß der arme, geschädigte Dr. Solf bis heute nicht weiß, wem er damals jene goldnen zehn Mark dargeliehen hat, und sie gern wiederhätte, ohne Ahnung, von wem er sie verlangen sollt.
Für diesen Fall also gebe ich Exzellenz Solfen Mühsams Adresse an:
Festung Niederschönfelde, Zelle 9 – auf fünfzehn Jahre, anderthalb hiervon bereits abgebüßt.
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Ein junger Dichter – sein Name bleibe verschwiegen – ein junger, hoffnungsvoller Dichter verkaufte sich mit Haut und Haar einem Verleger. Für ganze fünfhundert Mark, die ein einzigesmal, eben heut, zu zahlen waren; und dafür wollt er sein ganzes Leben lang alle seine Werke jenem Verleger ausschließlich und zuerst einreichen.
„Mensch,“ riefen des Dichters Freunde, „du bist ja verrückt! Wie konntest du mit deinen fünfundzwanzig Jahren eine Verpflichtung eingehen, die dich fünfzig, sechzig Jahre binden kann?“
Der junge Dichter lächelte. – „Macht doch nischt. Hab ick denn nich schon mit en andern Verlag in Großlichterfelde jenau den jleichen Vertrag? Und er hat mich noch nie geniert.“
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Pascin zu demselben Dichter:
„Lieber Freund, wenn ich Ihr Talent hätte, wär ich längst Millionär. Dann hätte mich nämlich mein Vater Kaufmann werden lassen.“