Frassäh – (Lehnwort, siehe Quadrille!) Die Windmühle in der vierten Tour wird jetzt meist durch Schlingern kompliziert. Damen, die zur Seekrankheit neigen, reiche man kleine Gaben von Brechweinstein.
Fremdenstrom, der – überschwemmt alljährlich befruchtend die Alpentäler, ungefähr wie der Nil Ägypten überschwemmt. Das Quellgebiet des Fremdenstroms breitet sich über das ganze nördliche und westliche Europa aus, die stärksten Zuflüsse kommen von der Spree und Pleiße. Im letzten Sommer zählte man eine Million Fremde – alle, bis auf einen, verfehlt gekleidet. Der Eine, der allgemein für einen Filmdarsteller gehalten wurde, war ein Herzog.
Freude – Gefühl, das einen beschleicht, wenn einem ein guter Freund fünfzig Mark zurückgibt, die man ihm anno 1873 auf der Wiener Weltausstellung geborgt hat. – Im allgemeinen die Quittung der Seele über den Empfang einer Gehaltaufbesserung; bei Volontären gebührenfrei.
Galoschen – Bekleidungsstück des Dämlacks (siehe diesen!) bei Beginn der zweiten Quadrille. – Zuerst hat er sie zu Haus anzulegen vergessen, dann in der Garderobe nicht abgestreift, zum Schluß läßt er sie endgültig stehen.
Glatze – siehe Kommerzienrat!
Grobheit – Umgangsform des Staates mit dem Bürger; die reziproke Anwendung ist strafbar.
Grüaß Goott in Ischl! – familiäre Sommergrußformel auf der Esplanade. Im Winter sagt man in ähnlichem Sinn: „Gut Jonteff!“
Gürtel, der – äquatoriales Bekleidungsstück des Frauenkörpers. Wenn die Länge des Gürtels ein Meter überschreitet, ist Marienbad indiziert.
Habitué – der Stammgast des Kurortes, belästigt einen mit honorarfreien medizinischen Ratschlägen und Erzählungen aus der ältern Geschichte des Kurorts. Großen Nutzen hingegen kann man aus seinen Erfahrungen in Bierangelegenheiten schöpfen.