„Ah!? Braucht man dergleichen in euerm Europa?“
— — — Was wollte die Polizei tun, wo der Bau nun einmal fertig stand? Sie gab – unter ernstlicher Verwahrung gegen künftige Übergriffe – Baulizenz und Konzession. Die Gründung der Pension Fürmann war rechtens vollzogen.
Bald meldete sich der erste Gast.
„Was für ein Zimmer wünschen Sie?“ erkundigte sich Mr. Fürmann höflich.
„Womöglich nach Süden – geräumig – mit kalt und warmem Wasser, Sofa, Bad...“
„Darnach frage ich nicht. Bei mir sind alle Zimmer gleich: ohne Sofa, ohne Süden. Wasser im Brunnen, Bad im Würmkanal. Sondern: welche Farbe soll Ihr Zimmer haben?“
„Pfaublau.“
„Gut, kommen Sie nachmittag!“
Stahlgrün – karmesinrot – schwefelgelb – – es kriegte jedermann sein Zimmer nach Gefallen. Preis: täglich 2 ℳ 50 tout compris: Wohnung, Frühstück, Mittag- und Abendessen, Heizung aus Gottes Wärmequellen, Licht aus dem Schornstein. Und Samstag abend: Ball.
Viel Menschen hausten dort bei Fürmann: persische Khane, holländische Forscher; Ärztinnen aus Lissabon, Sankt Petersburg; Maler aus Hindostan und Honolulu. Was jung ist und einen Namen hat in der Münchener Literatur, Koloratur, Architektur und Skulptur hat irgendeinmal bei Vater Fürmann in Futter und Kreide gestanden.