— — — Ich habe tief in der Zukunft gepopelt und zahlreiche Astralleiber interviewt. Wenn ich die okkulten Vorgänge der letzten Wochen zusammenfassend überschaue, muß ich allerdings sagen: daß mich die Engstirnigkeit der lieben Verstorbenen ein wenig enttäuscht. Erstaunlich, um wie kleine Dinge die Abgeklärten sich bekümmern – und selbst die Jenseitsintelligenz der Allergrößten scheint das hinieden übliche Durchschnittsmaß nicht erheblich zu übersteigen. „Die Lebenden,“ sagt Meyrink irgendwo, „wissen eben ihre Albernheit geschickt zu verhüllen; nach dem Tod kommt sie kristallklar hervor.“

Darum übe ich gegen Geister zunächst eine – vielleicht übertriebene – Vorsicht und Zurückhaltung.

Ich habe beschlossen, meine Weltanschauung nicht gleich gänzlich aufzugeben.

Ich möchte vielmehr angesichts der verwirrenden Fülle der Vorgänge eine Weile noch im Stande rationalistischer Unschuld verharren.

Zeigt sich später, daß es ein Fortleben nach dem Tode gibt: nun, dann habe ich ja immernoch Zeit, meine Ansichten zu revidieren und mich durch Klopftöne bemerkbar zu machen.

Die Musen und die Parzen

Da es uns gelang, Margarine und Feigenkaffee durch schmackhafte Chemikalien zu ersetzen, Kunstseide durch Brennesselfasern und die alte Regierung durch eine neue Regierung – nun erschrecken wir auch nicht mehr, wenn die Feinde drohen, die Musen von der deutschen Kunst abzusperren, die deutsche Kunst von den Musen.

Apollo ist längst zum Variété gegangen; seitdem taugten die neun Frauenzimmer ohnehin nicht viel.

Wir werden Ersatz finden; ich schlage folgende neue Musen vor: