Eines Tages fiel mir ein, ob sich das Ding nicht parzellieren ließe. Ich erinnerte mich, manchmal, besonders auf Kostümfesten und auf dem Land, Frauen in papageigrünen Plüschroben bewundert zu haben. Ich zog einen Fachmann zu Rate – er belehrte mich aber: die Frauen mit papageigrünen Plüschroben wären seit zwei oder drei Jahrzehnten ausgestorben.

Wiederum eines Tages hatte ich das Billardtuch im Café Größenwahn zerrissen. Ich bot Herrn Dörfel, dem Wirt, als Ersatz für den Schaden die eine Hälfte von Tante Emmys Vorhang an. Dörfel ließ sich auch herbei, das Gewebe zu besichtigen, prüfte es umständlich und sprach:

„Nein, zu einem Billardüberzug eignet sichs nicht. Aber ich weiß einen vorzüglichen Rat.“

Ich erschöpfte mich in Danksagungen für Herrn Dörfels Mitgefühl und bat ihn, deutlicher zu werden.

„Sie kennen doch,“ sagte er, „das Trübsal der heutigen literarischen Produktion? Gewaltige Begabungen, die zum Teil auf meinem Dubiosenkonto stehen, verkommen im Elend. Gründen Sie doch zu Ihrem Vorhang ein Symbolistisches Theater!“

Ich beleidigte Herrn Dörfel, bezahlte das Billardtuch, bezahlte die Gerichtskosten und die Strafe. Tante Emmys Plüschvorhang aber lag in meiner Stube und erpreßte mir Tränen.

Als ich wieder einmal so schluchzend dasaß, trat mein Freund Makula bei mir ein und rief:

„Mensch, denk einmal! Sie haben mich angekauft.“

„Wie?“

„Ja. Das große Stück Leinwand, ‚Morgen am Indus‘ – im vergangenen Jahr hab ichs hier draußen bei Tutzing gemalt – das kaufte gestern einer in der Juryfreien Ausstellung. Jetzt richte ich mir ein Atelier ein.“