Ich freue mich des Vaters willen darüber.

Dein Vater ist, gottlob, stark und noch jung; ich fürchte für ihn nichts als Krankheit und Alter... Da könntest Du uns wol fehlen, Henriette.

Ich bin auch stark und hoffe am Leben zu bleiben.

Ich hoffe das auch, liebes Kind; allein Du kommst in die Jahre, wo Du Dich verheirathen könntest.

Meine Mutter, ich bleibe bei Euch; lieber will ich in dieser Bedrängniß, die wir zusammen theilen, bleiben, als sie gegen eine andre, in der ich Euch entfremdet wäre, vertauschen.

Also einen reichen Mann begehrst Du, Henriette?

Nein, meine Mutter; denn ich wäre ihm nicht gleich. Aber ich will Euch nicht meine Arbeit entziehen, um sie einem Herrn zuzubringen, dem ich sie nicht schuldig bin.

Du hast Recht, Henriette, keinen Reichthum zu begehren, allein bedenke, mein Kind, daß Deine Mutter sich in ihrer Bedrängniß recht glücklich fühlt und daß all ihr Glück ihr von ihrem Herrn und ihren Kindern herkommt. Eine noch größere Armuth, aber mit einem achtbaren Manne, ist besser, als Mädchen bleiben, Henriette. Das Unglück kommt vom Laster und nicht von der Armuth.

Meine Mutter, es gibt wenig Männer, wie mein Vater.