Nach diesen Vorgängen fühlte ich das Bedürfniß, allein zu sein. Freudestrahlend, entzückt, erleichtert, bewunderte ich, was ich zu sagen gewagt hatte, und so vortrefflich, so zur rechten Zeit. Und wie leicht es ist, dachte ich.

Und was mich am meisten entzückte, war, daß Henriette, der es doch jeden Augenblick freistand, ihren Unwillen dadurch kund zu geben, daß sie sich entfernte, das Dachstübchen erst nach der Ankunft von Lucy's Gemahl verlassen hatte.

Auf diesen Umstand bauete ich eine Welt von Seligkeit. Henriette hatte meine Erklärung angehört, also gut aufgenommen; sie hatte dieselbe gern gehört, weil ihr Herz mir gehörte. Kurz, da sie um ein Uhr nicht, wie gewöhnlich, wieder heraufkam, so überredete ich mich alsbald, daß sie als gehorsame, zärtliche Tochter meine Wünsche ihrer Familie vorgetragen habe und diese sich jetzt darüber berathe.

Ich empfand daher die süßesten Qualen der Erwartung, bis ich gegen drei Uhr nach Mittag jemand die Treppe heraufkommen hörte. Die Person ging festen Schritts auf meine Thür zu und öffnete ohne Umstände. Es war... es war... der Feldmesser!


Mein Gesicht mußte sich wol nicht im gehörigen Zustande der Ruhe befinden, denn der Feldmesser sprach barsch: Mein Besuch macht Sie erbleichen, und doch hätten Sie sich desselben wol versehen können.