Aber... meine Güte! diesen Abend... Und dann ist das junge Mädchen dabei!
Was thut das! sie lassen sie hinausgehen, wenn es nothwendig ist. Diesen Abend, ich beschwöre Sie, bester Oheim!
Nun! so sei es drum! ich gehe heute Abend!... Freilich schon zehn Uhr. Rufe die Alte, daß ich mich ein wenig ankleide.
Ich benutzte diese Augenblicke, um meinen Oheim von allem Vorgefallenen zu unterrichten. Bald hatte er die Pantoffeln abgelegt und gegen Schnallenschuhe vertauscht; ich rückte ihm die Perrücke zurecht, nachdem ich dieselbe sorgsam gepudert hatte; Margarethe und ich halfen ihm den schönen kastanienbraunen Rock auf die Schultern, dann gab ich ihm den Rohrstock in die Hand, alles indem ich ihn unterrichtete, was vorgegangen war und was er zu sagen und was zu antworten habe. Schon gut! schon gut! sagte mein Oheim, den mein Geschwätz ganz betäubte. Und er ging.
Ich unterrichtete jetzt die alte Margarethe von Allem. Mit Thränen in den Augen hörte sie mich an und in den Augenblicken lebhafter Spannung war sie ganz Seele mit mir und theilte meine Angst und meine Wünsche, als wären es ihre eigenen. Jeden Augenblick öffneten wir die Thüre, um auf der Treppe nach der Rückkehr des Oheims zu lauschen, oder wir gingen in die Bibliothek und suchten etwas von dem, was über uns vorging, zu erhaschen.
Nach Verlauf einer Viertelstunde öffnete sich die Thüre des Feldmessers; ich erkannte den Gang meines Oheims.