Es entstand aufs Neue ein tiefes Schweigen.

Endlich stand Herr Ratin auf. – Du wirst zwei Tage das Zimmer hüten, um über Deine Aufführung nachzudenken, unterdeß werde ich überlegen, welche Maßregeln ich in einem so ungewöhnlichen Falle zu treffen habe...

Damit ging Herr Ratin, schloß das Zimmer zu und nahm den Schlüssel mit.


Das offene Bekenntniß meiner Schuld hatte mich erleichtert, die Entfernung des Herrn Ratin ersparte mir die Scham; so schienen mir die ersten Augenblicke meiner Gefangenschaft eine wonnige Freiheit zu sein; ohne die Verbindlichkeit, zwei Tage lang an meinen Fehltritt zu denken, würde ich mich sehr gefreut haben, wie man es nach einem entscheidenden Augenblicke zu thun pflegt.

Ich ging also ans Bedenken, aber die Gedanken wollten mir nicht recht kommen. Als ich meinen Fehler so recht gründlich erkennen wollte, fand ich daran nichts übles als die Lüge, und die hatte ich ja augenblicklich durch mein Geständniß wieder gut gemacht; noch obendrein hatte ich dies aus freien Stücken gethan. Indessen der guten Ordnung willen bestrebte ich mich Reue zu empfinden, und als ich merkte, wie viel Mühe es mir machte wirklich dazu zu gelangen, begann ich zu fürchten, daß mein Herz wirklich schon sehr schlecht und verdorben sei, wie Herr Ratin behauptete, und ich faßte ganz zerknirscht den Entschluß, in Zukunft nicht mehr zu lachen.