Wie ich eben im besten Zuge war, kommt just der Pastetenmann über die Straße; es war dies seine Stunde. Natürlicherweise trat der Gedanke, Pasteten zu essen, sogleich vor meine Seele; ich machte mir jedoch ein Gewissen daraus, in einem Augenblicke, wo ich mich mit meiner Seele beschäftigen sollte, einem fleischlichen Gelüste nachzugeben. Also ließ ich den Burschen harren und schreien und blieb ruhig in meinem Stübchen sitzen.

Man muß aber so einen Pastetenmann kennen, um zu wissen, wie hartnäckig er seine Kunden verfolgt. Der meinige sah mich durchaus nicht, ließ sich aber dadurch nicht irre machen, sondern fuhr mit unverwüstlichem Vertrauen auf meine Leckerei fort zu rufen. Blos ein einziges Wörtchen setzte er seinen Pasteten noch hinzu, die dringende Mahnung: ganz frisch; aber dieser Zusatz brachte eine gewaltige Verwirrung in meine Moralität. Glücklicherweise ertappte ich mich noch und brachte alles wieder in Ordnung.


Um indeß den ehrenwerthen Handelsmann draußen nicht länger im Irrthum zu lassen und um seine kostbare Zeit zu bringen, trat ich an's Fenster, um ihm zu sagen, daß ich heute keinen Kuchen nehmen würde.

– Geschwind! rief er, ich hab's eilig... Ich hab' ja schon gesagt, daß er mehr Glauben an mich hatte als ich selber.

Nein, versetzte ich, ich habe kein Geld.

's thut nichts.

Und dann habe ich auch keinen Hunger!