Ich weiß ferner, daß ich in diesem Punkte gar übel dachte und daß der schwächste Logiker mich fader Thorheit hätte zeihen können, wie viel mehr mein Oheim Tom; d'rum sagte ich ihm nichts davon, denn ich hatte ein größeres Vertrauen zu meinem Irrthum als zu seiner Logik.

Indeß war der Eindruck, so wie ich ihn beschrieben. Uebrigens... liebt man seine Schwester mit Liebe? Nein. Seine Landsmännin? Weit eher. Eine Fremde? Noch viel mehr. Und nun erst eine schöne Jüdin! Und vielleicht ist sie eine Verlassene, in den Augen der Welt übel angesehen: das war in meinen Augen ein Vorzug, als ob sie mir dadurch näher gebracht würde.


Sie will also Hebräisch treiben? fragte ich meinen Oheim Tom.

Nein, obgleich ich mein Möglichstes that, sie dazu zu bewegen. Es ist wegen eines armen Greises, der im Sterben liegt, sie wollte eine hebräische Bibel von mir leihen, um ihm einige erbauliche Sachen vorlesen zu können.

Sie kommt also nicht wieder?

Morgen um zehn Uhr wird sie mir das Buch zurückbringen.

Und mein Oheim hub auf's neue an, seine Phiole zu untersuchen, indeß ich immer mehr in Gedanken versank. Morgen, hier in diesem Zimmer! sagte ich zu mir; so nahe bei mir, und ich bin ihr nichts! nicht einmal so viel, als mein Oheim Tom und seine Phiole. Traurig stieg ich in mein Zimmer hinab.