Nichts, Onkel... ich... da oben an der Decke... (Mein Oheim kehrte den Blick nach der Decke.) Ich wollte aufhängen... (Der Onkel kehrte die Augen ringsumher, um zu sehen, was es denn aufzuhängen gäbe)... und da, als ich... da bin ich gefallen... und da... bin ich hingefallen...

Erhole dich, erhole dich, mein Sohn, sagte der Oheim Tom mit gütigem Tone. Der Fall hat wahrscheinlich deine Gehirnnerven angegriffen, darum ist deine Rede so unzusammenhängend. Er hieß mich sitzen, beeilte sich daneben die beiden Folianten aufzuheben, deren eingedrückte Ecken ihn ohne Zweifel weit mehr ergriffen, als die Unterredung mit der schönen Jüdin. Er legte sie behutsam wieder auf den Tisch und kam dann zu mir zurück: Und du wolltest etwas aufhängen? sprach er und faßte meine Hand in der Weise, daß er seinen Finger verstohlen auf meinen Puls bringen konnte.

Die Frage kam mir sehr ungelegen, denn in Wahrheit gab es in dem ganzen Zimmer auch nicht eine Spur von etwas, was aufzuhängen gewesen wäre. Da ich nun außerdem die nachsichtige Milde meines guten Oheims kannte, so wollte ich ihm alles erzählen bis auf diesen Augenblick, aber ich ließ es sein.

Ich ließ es sein; denn für das, was in meinem Herzen lebte, war Nachsicht schon nicht mehr ausreichend. Ich hätte Theilnahme verlangt und mein Oheim hätte mir keine gewähren können, als für seine abstrakten, wissenschaftlichen Ideen; dies erzeugte ein Widerstreben in mir, ihm mein Herz zu öffnen, ich fürchtete ein Gefühl zu entheiligen, das ich so sehr nach meiner Weise mir zu erhalten strebte.

Ja, ich wollte aufhängen... Ach! mein Gott! schon!

Was gibt's?

Ach! Oheim, es ist vorbei!

Was?


In diesem Augenblicke erlosch das Licht in dem Zimmer des Sterbenden und mit ihm meine ganze Hoffnung.