Das Alter ist haushälterisch, bedachtsam, vorsichtig... und die Jünglinge heißen es geizig, selbstsüchtig, zaghaft.

Aber warum beurtheilen sie einander, wie können sie sich beurtheilen? Sie haben keinen gemeinschaftlichen Maßstab. Die Einen berechnen alles auf's Leben, die Anderen alles auf den Tod.


Dieser Augenblick, wo der Lebenshorizont des Menschen wechselt, ist bedeutsam. Die eben noch so fern am Himmel schwebenden Gebiete ziehen näher, das phantastische, glänzende Gewölk wird dicht und regungslos, die azurnen und goldenen Räume zeigen nur noch die Nacht hinter kurzer Dämmerung... O! wie verändert sind die Verhältnisse! wie bedeutungslos erscheint dem Menschen alles, was er gethan! Er begreift nun, daß sein Vater ernst, daß sein Großvater finster war und Abends, wenn die Spiele begannen, sich zurückzog.

Er selbst fühlt sich bewegt; dieser neue Gedanke arbeitet in seinem Herzen und weckt die Erinnerung an viele Worte, viele Dinge, deren düstern Sinn oder trostreichen Zauber er früher nicht begriff....


Es war einmal in den Tagen seiner ersten Jugend, an einem Sonntage; er sah, er hörte der Zecher fröhliche Lust, wie sie in der Weinlaube saßen, das Leben feierten und dem Grabe Hohn sprachen; man lachte, man trank, man erheiterte sich das kurze Dasein und unter dem Laube heraus rauschte in fröhlicher Weise das Lied durch die Lüfte:

.... Einst müßt ihr in die Grube sinken,

Wo Nacht auf immer uns umschlingt;

Drum Freunde! laßt uns leben, trinken!