Er verliert die, welche er liebt, er weiß, daß er sie nicht wiedersehen wird, er begegnet ihrem Leichenzug, er weiß, daß sie unter diesen Bretern, unter diesem Hügel liegt... aber es ist immer noch sie, unverändert, ewig schön, rein, reizend mit dem verschämten Lächeln, dem schüchternen Blick, der ergreifenden Stimme.
Er verliert die, welche er liebt, sein Herz erstickt oder strömt glühende Seufzer aus; er sucht, er ruft die, welche ihm entrissen worden; er redet zu ihr, er legt ihrem Schatten das ihr eigenthümliche Leben, die ihr eigenthümliche Liebe bei, er sieht sie vor sich stehen.... es ist immer noch sie, unverändert, ewig schön, rein, reizend mit dem verschämten Lächeln, dem schüchternen Blicke, der ergreifenden Stimme.
Er verliert die, welche er liebt. Nein, er trennt sich von ihr, sie befindet sich an irgend einem Orte und dieser Ort ist durch ihre Gegenwart verschönt; er ist
Geehrt durch ihren Fuß, erhellt von ihrem Blick;
alles ist daselbst Schönheit, Liebe, mildes Licht, keusches Geheimniß...
Und dennoch! An dem Orte, wo sie sich befindet, ist die Nacht, die Kälte, die Nässe, der Tod und seine widerwärtigen Gehilfen in vollster Thätigkeit!
Der Gedanke an den Tod erwacht langsam, nach und nach. Aber ist er einmal in die Seele des Menschen gedrungen, so verschwindet er nicht wieder. Vordem war seine Zukunft Leben; jetzt ist der Tod das Ende aller seiner Pläne, derselbe drängt sich von nun an in alle seine Unternehmungen. Er denkt an ihn, wenn er die Scheune füllt, er zieht ihn zu Rathe, wenn er Güter erwirbt, derselbe drängt sich auf, wenn er seine Pachten abschließt; er setzt sich einsam mit demselben in sein Gemach, um sein Testament zu machen, und unterzeichnet dasselbe mit ihm.
Die Jugend ist hochherzig, empfänglich, muthig... und die Greise nennen sie verschwenderisch, unüberlegt, tollkühn.