Quousque tandem!!
Und nun die besagte Dachwohnung.
Diese Dachwohnung war groß und hatte ein vortreffliches Licht. Der Feldmesser wollte sie haben und ich ebenfalls. Man brach ein Fenster durch, zog eine Breterwand und so hatten wir jeder unser Dachstübchen.
Ich fand hier die Aussicht auf den See und die Berge wieder. Mein Fenster befand sich in gleicher Höhe und gar nahe bei den großen gothischen Rosen, die in der mittleren Höhe der Thürme der Hauptkirche sich befinden. Von dieser erhabenen Gegend aus beherrscht der Blick die öden Dächer, und das Geräusch der Stadt erstarb, ehe es so weit gelangte.
Aber ich begann bereits in jenes Alter zu treten, wo solche Eindrücke nicht mehr ihre gewaltige Kraft üben, und jeden neuen Tag suchte mein Herz mehr in sich selber Bewegung und Leben.
Aus demselben Grunde war auch mein Hang zur Nachahmung nicht mehr so lebendig; es bedarf zu einer solchen Neigung einer Ruhe, die ich nicht mehr besaß. Oft aufgeregt, verwirrt von den unbestimmten Regungen einer Sehnsucht ohne Gegenstand vermochte ich nicht mehr auf mein Modell zu sehen, ich betrachtete meine undankbare Nachbildung mit Widerwillen, warf den Pinsel bei Seite und überließ mich meiner Träumerei ganze Stunden lang.
Dies innere Leben hat seine Wonne und seine Bitterkeit. Wenn diese Träume süß sind, so ist das Erwachen düster, niederschlagend; die Seele tritt wieder in die Wirklichkeit, nachdem sie ihre Kraft erschlafft oder verloren hat. Drum war ich denn nach solchen Stunden zur Wiederaufnahme meiner Arbeit unfähig und nicht weniger unfähig, die Träume wieder herbeizuführen; ich verließ dann das Haus, um meinen Unmuth draußen spazieren zu tragen.