Als sie voneinander in einem Gefühl gegenseitiger Liebe und fast wortlos geschieden waren, um nicht den gläubigen Zauber, der sie umfaßte, zu zerstören, und jeder sich allein in der Nacht der Straße fand, da bewahrten sie alle die Erinnerung eines Schauers der Erleuchtung, den sie nicht verstehen konnten. Der Vorhang war wieder vor ihnen niedergesunken. Aber sie konnten nicht vergessen, daß er sich für eine Sekunde ihnen aufgetan hatte.
§
Einige Tage später kam Clerambault, der einer Vorladung des Untersuchungsrichters Folge geleistet hatte, über und über mit Kot bedeckt nach Hause. Sein Hut, den er in der Hand hielt, war ganz zerfetzt und seine Haare naß vom Regen. Das Dienstmädchen stieß bei seinem Anblick einen Schrei aus, er bedeutete ihr zu schweigen und ging in sein Zimmer. Rosine war nicht zu Hause. Sonst sahen sich die beiden Eheleute, die allein in der leeren Wohnung geblieben waren, nur mehr bei den Mahlzeiten und sprachen sich auch dann so selten als möglich. Aber der Schrei des Dienstmädchens ließ Frau Clerambault ein neues Unglück vorausfühlen, und die Erklärungen des Mädchens bestätigten nur ihren Verdacht. Sie trat in das Zimmer Clerambaults und rief nun ihrerseits aus:
„Mein Gott, was hast du denn schon wieder gemacht?“
Clerambault in seiner Beschämung lächelte schüchtern und entschuldigte sich.
„Ich bin ausgerutscht ...“
Er versuchte die Spuren des Überfalls wegzusäubern.
„Du bist ausgerutscht?... Drehe dich doch um ... Wie du dich zugerichtet hast.... Mein Gott, man hat doch mit dir keinen ruhigen Augenblick.... Du gibst wirklich gar nicht acht.... Bis zu den Augen hinauf hast du Kotspritzer ... und da auf der Wange....“
„Ja, ich glaube, ich habe mich angeschlagen.“
„Ach, was man für ein Unglück mit dir hat.... ‚du glaubst‘ ... daß du dich angestoßen hast?... Bist du ausgerutscht?... Bist du gefallen ...?“