Sie umarmten ihn zärtlich.
„Sehen Sie“, sagte Gillot schon an der Türschwelle, „man hat irgendwie die Pflicht, Sie zu behüten, wir sind ein wenig Ihre Kinder.“
„Ja, das ist wahr“, sagte Clerambault mit einem guten Lächeln.
Er dachte an seinen Sohn. Als er die Tür schloß, vergingen einige Minuten, bis er bemerkte, daß er aufrechtstehend träumte, mit der Lampe in der Hand unbeweglich im Vorzimmer stehend, in dem er sich eben von seinen Freunden verabschiedet hatte. Es war fast Mitternacht, und Clerambault war müde. Dennoch trat er, statt in das gemeinsame Schlafgemach zu gehen, ganz unbewußt noch einmal in sein Zimmer zurück. Das Zimmer, das Haus, die Straße waren eingeschlafen; er setzte sich hin und fiel wieder in seine Starre zurück. Undeutlich, ohne es eigentlich zu sehen, betrachtete er den Lichtreflex vor sich auf der Glasscheibe einer Rembrandt-Radierung, der „Auferstehung des Lazarus“, die an einer Seitenwand seiner Bibliothek aufgehangen war.... Er lächelte einem teuren Antlitz zu, das lautlos eingetreten und nun bei ihm war.
„Bist du nun zufrieden?“ dachte er, „das wolltest du doch?...“
Und Maxime sagte: „Ja.“
Und er fügte mit leisem Spott bei:
„Es war nicht ganz ohne Mühe, bis ich dich so weit gebracht habe, Papa.“
„Ja“, sagte Clerambault, „wir haben viel von unseren Kindern zu lernen.“