Oh, ihr, die ihr vorgebt, dieser Krieg habe die Aufgabe, jedem Volke das Selbstbestimmungsrecht zu geben, wann werdet ihr dies Recht der über die Welt hin verstreuten Republik der freien Seelen geben?

Diese Republik fühlte Clerambault in all seiner Einsamkeit als eine Wirklichkeit. Wie das Rom des Sartorius lebte sie in ihm. Und ganz in all jenen einander Unbekannten, für die sie das wahre Vaterland ist.

§

Plötzlich fiel die Mauer von Schweigen, die das Wort Clerambaults umschloß. Aber es war nicht die Stimme eines Bruders, die der seinen Antwort gab. Wo die Kraft der Sympathie zu schwach gewesen war, um die Schranken zu zerbrechen, hatten die Dummheit und der Haß blindlings eine Bresche geschlagen.

Schon glaubte sich Clerambault nach einigen Wochen vergessen und dachte an eine neue Veröffentlichung, als eines Morgens Leo Camus mit Getöse bei ihm eintrat. Er krümmte sich vor Zorn. Mit tragisch erhobener Stirne reichte er Clerambault eine aufgefaltete Zeitung hin.

„Lies!“

Und während Clerambault las, sagte er, hinter ihm stehend:

„Was hat diese Niedertracht zu bedeuten?“

Clerambault sah ganz niedergeschmettert sich von einer Hand gemeuchelt, die er für eine Freundeshand hielt. Ein bekannter Schriftsteller, zu dem er in guter persönlicher Beziehung stand, ein Kollege Perrotins, ein ernster ehrenwerter Mensch, hatte, ohne zu zögern, die Rolle übernommen, ihn in der Öffentlichkeit zu denunzieren. Obwohl er Clerambault lange genug kannte, um an der Reinheit seiner Absichten nicht zweifeln zu können, stellte er ihn doch in einer entehrenden Weise vor die Öffentlichkeit. Als Historiker darin geübt, mit Texten umzugehen, hatte er aus der Broschüre Clerambaults einige verstümmelte Sätze herausgelöst und schwenkte sie empor wie einen Beweis von Verrat. Seine tugendhafte Erbitterung hatte sich nicht mit einem privaten Brief begnügt, gerade die lärmendste Tageszeitung, das niedrigste Erpresserblatt hatte sie sich ausgesucht, das eine Million Franzosen verachtet, während sie gleichzeitig seine Aufschneidereien mit offenen Mäulern einschluckt.

„Das ist nicht möglich“, stammelte Clerambault, den diese unerwartete Gehässigkeit wehrlos überfiel.