„Derjenige, der das Geheimnis des Lebens erkannt hat und sein Wort gelesen“, sagt die harmonische Stimme Amiels, des Enttäuschten, „entgeht dem großen Rad des Lebens, er ist ausgetreten aus der Welt der Lebendigen.... Ist einmal der Wahn dahin, so tritt wieder das Nichts in sein ewiges Reich, die farbige Seifenblase ist zergangen im ungeheuren Raum, die Qual des Gedankens aufgelöst in die regungslose Ruhe des unbegrenzten Nichts.“

Aber gerade diese Ruhe im Nichts ist ja die fürchterlichste Qual für den Menschen der weißen Rasse. Lieber alle Qualen, alle Qualen des Lebens! Nein, nehmt mir sie nicht weg! Wer mir die mörderische Lüge wegnimmt, von der ich lebe, ist mein Mörder!...

Und Clerambault legte sich bitter den Titel bei, den ihm zum Spott ein nationalistisches Blatt gegeben hatte: „L’un contre tous“. „Der Eine gegen Alle.“ Ja, er war der gemeinsame Feind, der Zerstörer des Wahns, von dem die andern leben....

Aber er wollte es eigentlich gar nicht. Er litt zu sehr unter dem Gedanken, Leiden zu verursachen. Wie aus dieser tragischen Sackgasse herauskommen? Wohin immer er sich wandte, überall fand er den unlösbaren Zwiespalt: entweder todbringenden Wahn oder den Tod ohne Wahn.

„Ich will nicht das eine und will nicht das andere.“

„Ob du es willst oder nicht, gib nach! Hier ist kein Durchlaß.“

„Aber ich werde trotzdem zu meinem Ziele kommen.“


Vierter Teil