Cependant qu’ils sont en danger,
Soit pour eux soit pour leurs affaires....
Aber wollte denn diese Republik auf die Astrologen verzichten, wie die erste Republik noch auf die Chemiker? Oder meint ihr sie in Reih und Glied disziplinieren zu können? Dann ist zu erwarten, daß wir alle zusammen in den Grund des Brunnens hineinfallen. Wollt ihr das wirklich? Ich würde nicht Nein sagen, handelte es sich nur darum, euer Schicksal zu teilen. Aber euern Haß will ich nicht teilen!
„Auch Sie haben Ihren Haß“, antwortete ihm einer der jungen Leute.
Gerade in diesem Augenblick trat ein anderer mit einer Zeitung in der Hand herein und rief Clerambault zu: „Meinen Glückwunsch, Ihr Feind Bertin ist tot....“
Der reizbare Journalist war innerhalb weniger Stunden von einer ansteckenden Lungenentzündung dahingerafft worden. Seit sechs Monaten hatte er wütend alle jene verfolgt, die er im Verdacht hatte, den Frieden zu suchen oder auch nur zu wünschen. Denn allmählich war er dazu gekommen, nicht nur im Vaterlande, sondern auch im Kriege selbst eine heilige Sache zu sehen. Unter den Opfern seiner Böswilligkeit war Clerambault sein beliebtestes. Bertin konnte nicht verzeihen, daß er gewagt hatte, seinen Angriffen standzuhalten. Die Erwiderung Clerambaults hatte ihn anfangs wütend gemacht. Als Clerambault aber dann verächtlich auf seine Anschuldigungen und Beschimpfungen kein Wort mehr erwiderte, verlor er jedes Maß. Seine gewaltsam aufgeblähte übermütige Eitelkeit war davon so verletzt, daß einzig die vollständige, restlose Vernichtung des Gegners ihn noch befriedigen konnte. Clerambault erschien ihm nicht mehr bloß als persönlicher Feind, sondern als Feind des Staates, als Hochverräter, und er setzte alle Mühe daran, dafür Beweise zu erbringen, stempelte ihn zum Zentrum eines großen pazifistischen Komplotts, dessen Lächerlichkeit zu jeder anderen Zeit jedem in die Augen gesprungen wäre. Aber damals hatte man keine Augen mehr. Gerade in den letzten Wochen überstieg die Polemik Bertins in Ansprung und Heftigkeit alles, was er bisher geschrieben hatte. Sie bedeutete eine wirkliche Drohung für all jene, die der Ketzerei des Friedenswillens schuldig oder verdächtig waren.
Mit lärmender Befriedigung wurde daher die Nachricht von seinem Tode in der kleinen Versammlung aufgenommen, und man hielt ihm seine Grabrede in einer Tonart, die an Energie nichts den Meistern dieser Gattung nachgab. Clerambault, in die Zeitung vertieft, hörte kaum zu, als einer, der an seiner Seite saß, ihm auf die Schulter klopfte und sagte:
„Nicht wahr, das macht Ihnen Vergnügen?“
Clerambault fuhr auf.
„Vergnügen!“ sagte er. „Vergnügen!“ wiederholte er.