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Clerambault sah im Bett einen jungen Mann ausgestreckt, der ihn ansah. Das blonde Antlitz des Fünfundzwanzigjährigen, dem die Abendsonne einen rötlichen Schein gab, war von klugen Augen erhellt und schien so gesund und ruhevoll, daß man gar nicht auf den Gedanken einer Krankheit kam, wenn man ihn sah.

„Sie!...“ sagte er, „Sie hier!“

Eine freudige Überraschung verjüngte noch mehr seine knabenhaften Züge, aber weder sein Leib noch seine Arme machten eine Bewegung unter der Decke. Und Clerambault merkte, daß nur sein Kopf wirklich lebendig war.

„Mama hat mich verraten“, sagte Edme Froment.

„Sie wollten mich also nicht sehen?“ fragte Clerambault und neigte sich über sein Kissen. „Das will ich nicht sagen“, antwortete Edme, „ich möchte nur nicht gern gesehen werden.“

„Und warum denn?“ fragte Clerambault gutmütig, mit einer leichten Anstrengung, heiter zu scheinen.

„Weil man niemand einladet, wenn man nicht mehr zu Hause ist.“

„Wo sind Sie denn?“

„Mein Gott, ich möchte fast darauf schwören ... in einer ägyptischen Mumie....“