[57] (S. 38): „Seine Eigenliebe beherrschte ihn vollständig; es gab für ihn keine andere Wahl, als der erste zu sein oder sich selbst aus dem Leben zu löschen... Er wollte gern der erste unter den Männern sein, mit denen er sich zu vergleichen pflegte.”

[58] (S. 39): 1889 kam Tolstoi beim Schreiben einer Vorrede zu den „Erinnerungen an Sewastopol von einem Artillerieoffizier”, A. J. Erchow, auf diese Szenen zurück. Alles Heldenhafte war daraus geschwunden. Er erinnerte sich nur noch an die Angst, die sieben Monate gewährt hatte, — die doppelte Angst: die vor dem Tod und die vor der Schande, eine entsetzliche moralische und seelische Qual. Alle „Heldentaten” bedeuteten bei der Belagerung für ihn nur noch das eine: Kanonenfutter gewesen zu sein.

[59] (S. 40): Suarès, „Tolstoi”, herausgegeben von der „Union pour l'Action morale”, 1899, (aufs neue veröffentlicht in den „Cahiers de la Quinzaine”, unter dem Titel: „Tolstoi vivant”).

[60] (S. 41): Turgenjew klagt in einer Unterhaltung über Tolstois törichten Adelsstolz, über seine junkerhafte Prahlerei.

[61] (S. 41): „Ein Charakterzug, ob er nun gut oder schlecht zu nennen sei, war mir immer eigen: ich wehrte mich stets instinktiv gegen alle epidemisch auftretenden äußeren Einflüsse... Ich hatte eine Abneigung gegen die allgemeine Strömung.” (Brief an P. Birukow.)

[62] (S. 41): Turgenjew.

[63] (S. 42): Grigorowitsch.

[64] (S. 42): Eugen Garchin, Erinnerungen an Turgenjew 1883.

[65] (S. 42): Der heftigste, der zum endgültigen Bruch zwischen ihnen führte, fand im Jahre 1861 statt. Turgenjew gab seinen philanthropischen Empfindungen Ausdruck und sprach von den wohltätigen Veranstaltungen, mit denen seine Tochter sich beschäftigte. Nichts erregte Tolstoi mehr als die Wohltätigkeit der großen Gesellschaft. „Ich finde,” sagte er, „daß ein gutgekleidetes junges Mädchen, das schmutziges und übelriechendes Bettelvolk auf seinen Knien hält, eine Theaterszene spielt, die der Aufrichtigkeit entbehrt.” — Die Auseinandersetzung wurde immer heftiger, Turgenjew geriet außer sich und bedrohte Tolstoi mit Ohrfeigen. Tolstoi bestand auf sofortiger Genugtuung und forderte Turgenjew zum Zweikampf. Turgenjew, der seine Erregung gleich bedauert hatte, schickte einen Entschuldigungsbrief. Aber Tolstoi verzieh ihm nicht. Fast zwanzig Jahre später bat er — wie man in der Folge sehen wird — ihn um Entschuldigung, im Jahre 1878, als er sein ganzes früheres Leben abschwor und seinen Stolz vor Gott gründlich demütigte.

[66] (S. 42): „Beichte.”