Sie sagte leise:
Das erschütterte ihn. Daran hatte er gar nicht gedacht.
„Ja, das Leben ist eine verzwickte Sache,“ fuhr sie in leichtem, spöttischem Tone fort. „Zunächst muß man essen, und zwar alle Tage. Gestern abend hat man freilich sein Essen gehabt, aber heute ist’s schon wieder dieselbe Geschichte. Und kleiden soll man sich auch. Alles kleiden, den Körper, den Kopf, die Hände, die Füße. Was da an Kleidersachen zusammenkommt! Und bei allem heißt es zahlen. Bei allem. Leben heißt zahlen.“
Zum ersten Male bemerkte er Einzelheiten, die seinen verliebten Blicken bisher entgangen waren: das bescheidene, stellenweise recht enthaarte Pelzwerk, die etwas abgetragenen Schuhe, alle Spuren von Dürftigkeit, die nur die natürliche Eleganz einer kleinen Pariserin verwischen konnte. Es schnürte ihm das Herz zusammen.
„Ach könnte ich nicht, könnte ich nicht — Ihnen aushelfen?“
Sie rückte etwas ab und wurde rot.
„Nein, nein,“ sagte sie, peinlich berührt; „keine Rede . . . Niemals! . . . Das habe ich nicht nötig . . .“
„Aber mich würde es so glücklich machen!“
„Nein . . . Nicht mehr darüber reden. Oder wir sind Freunde gewesen . . .“