„Ich schäme mich ein bißchen, wenn ich’s Ihnen sagen soll . . .“
„Sagen Sie mir’s ins Ohr. Dann hört es niemand.“
Sie lächelte.
„Ich möchte . . .“ (Sie stockte.) „Ich möchte ein klein bißchen Glück . . .“
(Sie waren dicht aneinandergerückt.) Sie fuhr fort:
„Verlange ich zu viel? . . . Man hat mir oft gesagt, das ist egoistisch, und ich denke mir manchmal auch: Hat man denn ein Recht darauf? . . . Wenn man um sich herum soviel Elend und Kummer sieht, wagt man nicht sich aufzulehnen. Aber mein Herz lehnt sich doch auf und schreit: Ja, ich habe ein Recht auf ein bißchen, ein klein bißchen Glück . . . Sagen Sie mir aufrichtig, ist das egoistisch? scheint es Ihnen schlecht?“
Peter ergriff ein unendliches Erbarmen. Dieser schwache Schrei aus einem Kinderherzen erschütterte ihn bis zum Grunde seiner Seele. Es kamen ihm die Tränen. Aneinandergelehnt saßen sie auf der Bank und jedes spürte die Körperwärme des andern. Es trieb ihn so sehr, sich zu ihr zu wenden und sie in seine Arme zu schließen. Er wagte sich nicht zu rühren, aus Angst, seiner Bewegung dann nicht mehr Herr zu sein. Reglos sahen die beiden vor sich nieder. Seine Stimme zitterte von verhaltener Leidenschaft, als er jetzt, fast ohne die Lippen zu regen, sehr rasch und ganz leise sagte:
„O mein liebes Körperchen du! Du mein Herzchen! Diese kleinen Füße möchte ich fassen und meine Lippen darauf drücken, ganz aufessen könnte ich Sie . . .“
Ohne aufzusehen, sagte sie auch sehr schnell und leise, in tiefer Verwirrung:
„Narr! kleiner Narr! . . . Stillsein! . . . ich bitte Sie . . .“