Mund ruhte an Mund.
Die zwei Kinder waren beide recht des Trostes bedürftig, den jedes im andern fand. Sie sprachen nicht aus, was sie dachten:
„Noch ein Glück, daß wir sterben werden! . . . Das Gräßlichste wäre doch, so ein erwachsener Mensch zu werden, der noch darauf stolz ist, ein Mensch zu sein und daß er so gut zerstören und beschmutzen kann . . .“
Ihre Lippen verwuchsen, Wimper rührte an Wimper, Blick drang tief in Blick, und sie lächelten in zärtlichem Erbarmen. Und nimmer wurden sie dieses göttlichen Gefühls müde, das die reinste Form der Liebe ist. Endlich rissen sie sich aus dieser Versunkenheit; nun sah Lutz wieder heiteren Auges den weichen Himmel, die aufbrechenden Bäume und sog den Duft der ersten Blumen.
„Wie schön,“ sagte sie.
Sie dachte:
„Warum sind die Dinge so schön? Und wir so ärmlich, gewöhnlich und häßlich? . . .“
(Nur du nicht, mein Lieb, du nicht!) . . . Sie sah wieder ihren Peter an:
„Ach! was gehn mich die andern an?“
Und in der prachtvollen Torheit der Verliebten sprang sie mit hellem Gelächter auf, lief in den Wald hinein und rief: