»Tonuelo, Sie müssen mich anhören, Sie müssen! Ich habe mich ferngehalten nach Ihrem Wunsche, ich habe gewartet mit übermenschlicher Geduld, ich habe nur stumm um Gnade gebettelt, und Sie haben mich nicht verstehen wollen –«
»Genug! Ersparen Sie sich doch die Wiederholung dieser ebenso peinlichen als unnützen Auseinandersetzungen.«
Er ging mit entschlossenen Schritten rasch dem Ausgang zu und verschwand.
Wortlos starrt ihm der Graf nach. Pipin stürzt voll Teilnahme zu ihm hin.
Mit einer heftigen, blinden Geberde schüttelt ihn der Graf ab. Seine Lippen bewegen sich in einem unhörbaren Murmeln, und wie ein Nachtwandler, den Blick starr in die Richtung gewendet, in welcher Elmenreich verschwand, geht er ihm langsam nach.
Pipin giebt sich einer rebellischen Anwandlung gegen Elmenreich hin.
»Nein, das geht zu weit! Das ist nicht recht! Wirklich, ich begreife ihn nicht –«
Dr. Kranich hatte mit beifälligem Interesse dem Auftritt zwischen Elmenreich und dem Grafen zugesehen. Pipins Bemerkung reizt ihn, wie alle Bemerkungen Pipins. Er antwortet mit funkelnden Augen, indes um seine Lippen das gewohnte Lächeln spielt.
»Natürlich begreifen Sie ihn nicht, Pipin! Ich hoffe doch, Sie vermessen sich nicht, Elmenreich begreifen zu wollen? Oder gar seine Handlungen zu kritisieren? Ein Mensch, der so turmhoch über Ihnen steht, daß Sie ein Fernrohr brauchen, nur um seine große Zehe zu betrachten –«
Dr. Kranichs Lächeln verleitet Pipin, gleichfalls zu lächeln.