»Ein prächtiger Haß, eine lobenswerte Wut gegen die konventionellen Ausdrucksformeln ist hier in einer Weise zu Tage getreten, die in ihrer ganzen Bedeutung freilich nur der Selbstschaffende wird entsprechend würdigen können, der am besten weiß, wie viel fertige Phrasen an einen herandrängen, setzt man nur die Feder ans Papier.«
»Mährisch-schles. Korrespondent«.
»Strobls Erzählung, deren schlichte Helden ein paar Prager Burschenschafter sind, schildert mit großer dichterischer Kraft und Anschaulichkeit, die stellenweise an das Packendste, was Zola geschrieben hat, erinnert, Stimmungen und Vorgänge in den blutigen Prager Dezembertagen nach dem Sturz des Ministeriums Badeni, ohne dabei viel von Politik zu reden.«
»Vossische Zeitung«, Berlin.
Die Blauen
Eine humoristische Geschichte aus dem modernen Kunstleben
Von
Paul von Schönthan.
2. Auflage. Brosch. M. 2.50, geb. M. 3.50. 2. Auflage.
»Die bekannte glückliche Feder des beliebten Wiener Autors muß man auch an diesem Kabinetstücke der humoristischen Litteratur bewundern. Er schildert die Tragikomödie eines Mannes, der mit seinen Talenten zwischen der Sezession und der konservativen Kunstgenossenschaft schwankt, in den Strudel des mondänen Kunstkultus gezogen wird und in die Gefahr kommt, allerlei violetten Beeinflussungen stilisierter Damen und Snobs zu unterliegen. Zum Glück reißt ihn sein gesundes und im Grunde tüchtiges Naturell aus diesem verworrenen Treiben. Er malt statt blauer Symphonien wieder solide Bilder und heiratet eine brave Beamtentochter, statt sich von hysterischen Kommerzienratstöchtern als Kunstpriester verhimmeln zu lassen. Die Figuren stehen über dem Wiener Künstlerleben wie auf goldenem Grunde. Als besonders interessant dürfte es noch empfunden werden, daß zu der Zeichnung von einzelnen jener Figuren litterarische Persönlichkeiten, deren sensationelle Publikationen besonders den Wiener Boden stark aufregten, ihre Züge geliehen haben. Ganz abgesehen von seinem sensationellen Charakter dürfte dieser Roman schon darum das Interesse weitester Kreise erregen, weil Paul von Schönthan nicht nur spannend zu erzählen, sondern auch amüsant zu plaudern und humoristisch zu schildern versteht, wie nur wenige seiner schriftstellernden Kollegen.«