Dr. Kranich gähnt. »Das ist nichts für mich, dabei muß man sich etwas denken«, sagt er zu Eugenie; »dieser lasterhafte Elmenreich will einen immer zum Nachdenken verleiten –«
»Sind Sie etwa noch niemals mit Ihrem Phantom zusammengestoßen, Arthur? Es liegt doch etwas Furchtbares, fast Schauerliches in dem Gedanken, daß wir so wenig wissen, als was wir in dem Gehirn unserer Nebenmenschen existieren. Heften sich nicht an unsere einfachsten und flüchtigsten Worte unberechenbare Wirkungen? An Worte, die wir unbedacht hinaussprechen unter dem Einfluß einer vorübergehenden Stimmung? Und diese Worte werden in fremden Seelen eine Macht, über die wir selber keine Gewalt haben –«
Pipin, der indessen verschwunden war, kehrte jetzt zurück. Er hatte Eugeniens Jacke aus der Veranda geholt.
»Ihnen ist kalt, nicht wahr?« sagte er, während er ihr beim Anziehen behilflich war. »Ich habe gesehen, daß Sie auf einmal so blaß geworden sind –. Vor lauter Märchenerzählen hätten wir beinahe die arme Mondfee vergessen –!«
* * *
Pipin: »Ich möchte Sie gerne etwas fragen, lieber Doktor, darf ich?«
Elmenreich: »Schon wieder?«
Pipin: »Aber Sie müssen mir aufrichtig antworten –«
Elmenreich, zu mir gewendet: »Da hören Sie diesen Menschen! Aufrichtig antworten! Und das sagt er so leicht hin, als ob er da eine Kleinigkeit verlangte, etwas Selbstverständliches! Als ob Aufrichtigkeit nicht zu den schwierigsten und verantwortlichsten Dingen gehörte, die ein Mensch auf sich nehmen kann!«
Pipin: »Aber gehen Sie doch, Herr Doktor, Sie werden doch nicht auch anfangen, mich aufzuziehen?«