»Travestien?« haucht Pipin. »Und das ist alles, was Sie dazu sagen?«

»Ja was denn sonst, Pipin? Was haben Sie denn sonst erwartet?«

»Daß Sie darauf antworten!«

Elmenreich schüttelt wieder den Kopf und nimmt das Päckchen Blätter Pipin aus der Hand. Er blättert noch einmal darin; dann faltet er es zusammen und steckt es in die Tasche.

»Lassen Sie mir diese Dokumente bis morgen«, sagt er mit enigmatischer Miene. »Vielleicht habe ich bis dahin auch eine Vision, die ich der Welt mitteile.«

* * *

Es klopft.

»Herein!«

Pipin tritt ein. Blaß, niedergeschlagen, verstört. Er entschuldigt sich umständlich, daß er sich die Freiheit nehme. Aber die Ereignisse – wenn ein Mensch sich jeder Bemühung widersetzt und gar nichts gelten lassen will! Wenn er es nur darauf abgesehen hat, alles zu negieren, zu verspotten, zu zerstören! Kurz, es ist aus, es ist nichts mehr zu hoffen, die Zeitung wird nicht gemacht, der Graf und Elmenreich werden sich nie versöhnen; keine epochemachenden Werke, keine wunderbaren Enthüllungen, keine Wiedergeburt der geistigen Kultur –

Er zog sein Päckchen Schriften aus der Tasche und gab es mir. Es hatte sich um einige stark zerknitterte Blätter vermehrt, auf denen ich Elmenreichs gewaltthätige Schrift erkannte. Das war der versprochene Beitrag Elmenreichs. Pipin hatte ihn heute morgens bekommen – durch den Hotelportier, dem Elmenreich das an Pipin adressierte Couvert gestern beim Fortgehen übergeben hatte.